...von Sehnsucht und Verlust

 

Das Leben umarmen

 

Niemand kommt durchs Leben, ohne im Rückblick die eine oder andere Entscheidung bereut zu haben.

Oder gar wünscht, er könnte sie rückgängig machen.

Daneben gibt es ganz sicher vieles, worauf der Mensch im Rückblick stolz sein kann und wofür er dankbar ist.

Meist aber sind diese positiven Gefühle emotional kaum so bestimmend, wie die Trauer, Wut und Reue über falsche Entscheidungen.

 

Aber kann man das, was in seinem Leben schief gegangen ist einfach so liebevoll annehmen ?

Oder das, was durch eigene Schuld zerstört wurde, belastet oder beschämt einfach umarmen ?

Das geht nur über andere.

Nur wenn man ausspräche, was einen beschämt oder verletzt hat.

Doch kostet dies Kraft und Angst und Scham melden sich zu Wort.

 

So wie die Frau, die als KInd und Jugendliche tiefe Demütigung erfahren hat.

Ihr Selbstwertgefühl war zerstört und sie konnte nicht glauben, dass sie jemand mag.

Sie hatte Angst, den wenigen Menschen die ihr positiv begegnet sind von dem zu erzählen, was sie zutiefst verletzt hat.

Diese Angst hat sie blockiert weil sie meinte, die liebgewonnenen Menschen würden sie ablehnen,

so wie sie sich selbst wegen ihrer körperlichen uns seelischen Verletzungen ablehnt.

 

Doch würde nicht eher Betroffenheit herrschen, wenn sie jemandem von ihrer Angst erzählen würde ?

Würde ihr Schicksal nicht eher Mitgefühl als Verachtung auslösen ?

Aber die Angst, fallen gelassen zu werden, steckte tief in ihr und es wird ein langer, langer Prozess bis sie glauben kann,

dass sie durch ihr Schicksal nicht Anerkennung verloren sondern gewonnen hat.

 

Passend dazu ein afrikanisches Sprichwort:

 

" Das Wort, das dir hilft, kannst du nicht selber sagen. Das musst du dir sagen lassen."

 

Vielleicht hilft es auch dabei, das eigene Leben anzunehmen, so wie es ist.

 

© Silvia Strube 09/2020

 

 

 

 

So isses .....

 

Manchmal fühle ich mich wie ein alter Regenschirm,

auf den es seit 50 Jahren prasselt.

 

Auf ein paar Tropfen mehr oder weniger kommt es

nun auch nicht mehr an.

 

Nicht jeder Regen war unwillkommen aber manche Güsse

schaurig und kalt.

 

© Silvia Strube (09/2020)

 

Ein neuer Tag beginnt

 

Wie gut ist das , wenn Narben nicht versteckt werden müssen;

die auf der Haut und die auf dem Herzen.

 

Und wie gut ist es, wenn das, was mich gezeichnet hat

dann gleichermaßen auszeichnet ?

 

    Wie gut ist ein Zusammenbruch, der der Beginn von etwas Neuem sein kann ?

Wenn das Alte dabei aber nicht weg muß sondern zur Erfahrung wird.

     Erfahrung, die Gold wert ist - Gold das man teilt.

 

© Silvia Strube 03/2020

 

 

Wenn ich an den Tod denke .....

 

Das Schlimmste dabei ist das Gefühl, etwas versäumt zu haben.

Auch wenn ich mit allen Mitteln versucht habe, mein Leben zu füllen mit Familie, Beziehungen, Freundschaften, den Bau eines Hauses,   meine Wünsche waren stets größer als die Befriedigung durch das was ich erreicht habe.

Wenn ich heute dem Tod ins Gesicht sehen müßte, könnte ich ihm sagen, dass ich im Leben wenig versäumte ?

 

Ich wende meinen Blick zurück, ein paar Jahrzehnte.

Wie lange noch genau weiß ich nicht, aber Tatsache ist - die Zeit ist begrenzt - und das setzt mich,

je älter ich werde immer mehr unter Druck.

Ich sehe mein Leben als letzte Gelegenheit, herauszuholen was geht, wünsche mir Anerkennung.

Das ist zu guter letzt noch spannend aber auch anstrengend.

Die Chancen zum Glück sind begrenzt.

 

Doch ich stelle mir auch Fragen.

War ich rücksichtslos ?  Wurden meine Mitmenschen dadurch schließlich zum Konkurrenten als es darum ging,

meinen unendlichen Durst nach Glück auf ihre Kosten zu befriedigen ?

 

Würde sich an meiner Lebenseinstellung etwas ändern wenn ich wüßte,

dass meine Sehnsucht nach Glück einmal erfüllt würde ?

 

© Silvia Strube 11/2019

 

 

 

 

 

 

Blut ist dicker als Wasser. Das hört man oft und es soll heißen: Wie gut, wenn man sich auf die Familie verlassen kann. Wenn es wirklich darauf ankommt, wenn Freunde oder Bekannte keine Zeit haben oder keine Lust oder einfach genug mit sich selbst zu tun – dann kann man sich auf die Familie verlassen.

 

Aber: Es kann auch ganz anders sein mit der Familie. Dafür gibt es viele Beispiele. Mancher verhält sich anders, als es die Familie von ihm erwartet. Deshalb ist er dann der Familie peinlich und die „Leute“ der ganzen Gegend spotten über ihn. Ist es dann der Familie zu viel: „Du bringst Schande über uns“, .

„Komm zurück! Was tust Du denn da? Denk doch auch an uns! Wir können uns ja gar nicht mehr sehen lassen unter den Leuten.“ . Bist Du verrückt geworden!“

 

So kann es gehen mit Familien, aber auch mit dem Partner oder Freunden. Sie bremsen einen,  bremsen einen aus. Können nicht verstehen, dass einer oder eine aus ihrem Kreis anders ist, heraus muss.

Anders als Mutter und Vater, als die Leute im Dorf. Einer denkt anders. Glaubt anders. Liebt anders.

Hat andere Vorstellungen vom Leben. Und der Familie ist das fremd und peinlich. Wie kann er uns das antun? Was sollen denn die Leute denken?

 

Für manche jedoch, ist das offensichtlich nicht wichtig. Sie suchen ihren eigenen Weg. Sie fragen nicht, was die Familie davon hält, was die Leute denken.

 

Nicht ob einer sich anpasst und tut, was man von ihm erwartet, ist wichtig. Nicht ob einer Erklärungen abgibt und sich gebunden fühlt: An die Familie, an sein Dorf, an seinen Verein, an sein Volk, an seine Konfession oder an seine Rasse. Nicht, ob einer „Ja“ sagt, „ja, ich mach was Du sagst.

Du weißt besser als ich, was richtig ist“. Es geht auch nicht darum, ob ein Mensch Mann ist oder Frau, „was Besseres“ oder ein einfacher Mensch – das spielt keine Rolle.

Wichtig ist, dass einer ein Mensch ist, herzlich, verständnisvoll, mit sich und mit anderen.

 

Vielleicht ist das ja in anderen Beziehungen genauso. Wenn zwei sich lieben zum Beispiel, da tut ein Bekenntnis gut, ab und zu ein „Ich liebe dich!“. Oder das „Ja“ auf dem Standesamt.

Aber wichtiger ist das Tun. Einander gut tun. Was kann ich tun für den anderen, damit es ihm gut geht. Worüber würde er sich freuen. Dann spürt man die Liebe. Auch ohne Worte. Und vielleicht mehr als mit. Denn Worte machen ist leicht und im Überschwang sagt man viel. Aber tun – das ist etwas anderes. Gemeinsam das Leben anpacken, einander unterstützen, es einander leichter machen.

Darauf kommt es an.

 

© Silvia Strube 08/2019

Quelle DLF

 

 

 

 

Es gibt zwei Arten von Schmerz auf dieser Welt :

Der Eine, der weh tut ...

Der Andere, der dich verändert ...

 

 

© Silvia Strube 01/2019

 

 

Verblüht

 

Symphonie vergangener Blütentage,

schon die Vergangenheit winkt mit der

Schönheit welkender Rosen.

 

Ich wollte eine schöne Nelke sein,

bis welkend sich der Tot stellt ein.

 

Doch nun, die Falten im Gesicht,

zähl´ ich schon lange lange nicht.

 

© Silvia Strube 06/2018

 

 

 

Gefangen in der Depression

 

Ich fliehe .... tief in mich

irgendwo in einen dunklen Raum

die Tür davor mit einer Kette verschlossen.

 

Hört ihr nicht mein rufen

Hört ihr nicht mein weinen

 

Dabei möchte ich hinaus,

dort hin, wo die Musik spielt,

im Licht tanzen.

 

© Silvia Strube 08/2018

 

 

DU & ICH

 

Wir reden miteinander, aber hören nicht, was der Andere sagt.

Wir schlafen im selben Bett, doch jeder hat andere Träume.

Wir fahren im selben Auto, aber jeder in eine andere Richtung.

Wir leben miteinander und doch jeder für sich.

Wir wollten diesmal alles anders machen.

....und doch sind wir ihnen so ähnlich !

 

                                                  © Silvia Strube 1999

 

 

 

 

 

 

 

Zeitreise

 

Ach könnte ich wählen,

in welchem Monat ich leben möchte,

ich lebte nur noch in jenem Mai.

 

© Silvia Strube 1999

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwere Wege

 

Schmerzlich ist es,

dich an eine andere zu verlieren.

Ein Schmerz, den man nicht messen kann.

 

© Silvia Strube 1998

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kraftlos

 

Mühsam schleppt sich meine Sehnsucht

über das Gebirge Deiner Gedanken -

kein Gipfel in Sicht.

 

© Silvia Strube 1998

 

 

 

 

 

 

 

 

Regenzeit

Der Himmel brachte in den letzten Jahren nicht so viel Regen herunter,

wie ich für Dich Tränen

vegossen habe.

 

© Silvia Strube 1999

                                                                               

 

 

 

 

 

 

Selbstmord

Ich wartete vergeblich auf ein Zeichen von DIR.

Nun will ich nicht mehr warten,

nie mehr warten !

 

© Silvia Strube 1998

 

 

 

 

 

 

Das Licht

 

Das Leben schlägt mir ins Gesicht,

stellt täglich mich vor peinliches Gericht.

Es stellt mir Fragen Tag für Tag, die ich nicht mehr beantworten mag.

Ich falle und steh wieder auf. Ist das des Lebens ewiger Lauf ?

Sehe ein Licht in weiter Ferne, das mich begleitet - ich hab es gerne.

Ohne das Licht, was würde ich machen ?

Könnte ich dann garnicht mehr lachen ?

Säße ich nur noch in trauriger Runde mit mir selbst Stunde um Stunde ?

Würd´ ich verzweifeln an mir selbst, gefangen bleiben in meiner Welt ?

Es darf nicht verglühen, mein Licht des Lebens.

                                                                                                            Sonst lebte ich hier vollends vergebens.

Muß mir bewahren in der Ferne das Licht,

sonst ertrage ich dieses Leben hier nicht.

 

 

© Silvia Strube 2010

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein Leben

 

In allen Facetten spürbar und sichtbar.

Geschildert aus der Begeisterung für die Liebe

uns seelischen Nähe zum Tod. Verherrlichung der

Naturkräfte und Anklage gegen die Beschränktheit der menschlichen Verhältnisse, die zu Krieg und Elend führen.

 

© Silvia Strube 2017

 

 

 

 

 

 

 

Depression

 

Regen, Regen, Regen.

Schwere Wolken verhähngen das Licht

und der Regen hämmert ans Fenster.

Ich sehe nach draußen,

unter jedem Baum hockt ein Schatten.

Trauer überflutet mich,

Kälte kriecht in mir hoch,

meine Augen tränen.

Nasser Tod schließt mich ein.

Nur die Schreie der Krähen

zerkratzen die Stille.

 

© Silvia Strube 251117

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© Silvia Strube