Insterburg & Umgebung bis Königsberg

 

Zum Ende der 1990iger Jahre begab ich mich als Begleitperson anlässlich der Konfer-Fahrt meines Sohnes zum ersten Mal auf eine abenteuerliche Reise nach Ostpreussen, dem heutigen Kaliningrader Oblast. Fasziniert von Land und Leuten, kehrte ich anschließend mehrere Male hierhin zurück - teils im Hilfskonvoi, teils privat. Beeindruckende Landschaften, liebenswürdige Menschen und die Geschichte Ostpreussens ließen mich nicht mehr los. Damals fotografierte ich mit einer kleinen Kodak KB 10. Alles, was auf meiner Reiseroute (in der Karte durch eine rote Linie dargestellt) interessant war, hielt ich damit fest.

 

 

Ostpreussenhymne

Land der dunklen Wälder

 

Land der dunklen Wälder
    und kristallnen Seen
      über weite Felder
    lichte Wunder gehn.

 

  Starke Bauern schreiten
   hinter Pferd und Pflug,
      über Ackerbreiten
    streicht der Vogelzug.

 

  Und die Meere rauschen
     den Choral der Zeit,
 Elche steh`n und Lauschen
         in die Ewigkeit.

 

    Tag hat angefangen
   über Haff und Moor,
   Licht ist aufgegangen,
    steigt im Ost empor.

 

  Heimat wohlgeborgen
     zwischen Strand

         und Strom,
         blühe heut'

        und morgen
   unterm Friedensdom.

 

 

 

Das Ostpreussenlied galt

als Landeshymne Ostpreus-

sens. Anfang der 1930er Jahre komponierte der Königsberger Komponist Herbert Brust (1900–1968) sein Oratorium der Heimat. Den vierstrophigen Schlusschoral dieses Oratoriums dichtete der seit 1945 in Russland verschollene Königsberger Schriftsteller Erich Hannighofer. Das Lied traf auf große Begeisterung in der Bevölkerung, so dass es bald das "Ostpreußenlied" genannt wurde und die ältere Landeshymne

"Sie sagen all, du bist nicht schön" von Johanna Ambrosius ablöste.

 

 

 

Nach der Vertreibung der Ostpreußen (1945–1948) wurde dieses Lied zum Inbegriff ihrer Sehnsucht nach der alten Heimat.

So entstand nachträglich die fünfte Strophe:

„Heimat wohlgeborgen …“.

Der Titel Land der dunklen Wälder und kristall’nen Seen wurde zum Synonym für die ostpreußische Landschaft, welches in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Male als Titel für Bildbände, Dokumentar-

filme usw. herangezogen wurde.

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© Silvia Strube